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22. Januar 2011 • Alle Beiträge, Wir in der Presse

Verabschiedung von Gudula Farwig in der Frankfurter Neuen Presse

Entnommen aus Höchster Kreisblatt: 21. Januar 2011, 18.31 Uhr (letzte Änderung 22. Januar 2011, 04.17 Uhr)

Eine Vollblut-Pädagogin

Gudula Farwig verlässt die Kerschensteiner-Schule mit Wehmut – Mehr Zeit für Familie, fürs Lesen und Reisen

Die Nachfolge ist bereits geregelt. Gabriele zur Bonsen wechselt von der Süd-West-Schule Eschborn nach Schwalbach.

38 Jahre Schuldienst, 20 Jahre Rektorin – Gudula Farwig nimmt am nächsten Freitag Abschied von Joshua und Islak aus der Klasse 1a und all den anderen Kindern.

Gudula Farwig ist eine Vollblut-Pädagogin, eine Lehrerin mit Leib und Seele. Alle 232 Kinder ihrer Schule kennt sie mit Namen. «Kindern die bestmöglichen Chancen zu eröffnen, das Wohl der Kinder, das ist meine Hauptmotivation», sagt sie. Als Rektorin war sie nie Bürokratin, sondern immer mitten drin im Schulgeschehen. Wenn Gudula Farwig, die Leiterin der Georg-Kerschensteiner-Schule (GKS), am 1. Februar in den Ruhestand geht, hinterlässt sie ihrer Nachfolgerin Gabriele zur Bonsen (Süd-West-Schule, Eschborn) ein gut aufgestelltes Haus.

20 Jahre lang hat Farwig als Rektorin die Entwicklung der Grundschule in der Limesstadt mit Engagement und Ideenreichtum geprägt. «Ich gehe mit Wehmut», verrät sie. «Das Miteinander, das besondere Wir-Gefühl an der GKS, werde ich vermissen. Ich gehe aber mit dem guten Wissen, in Team-Arbeit mit den Kollegen, den Eltern und vielen Mitstreitern aus unserer Schule einen besseren Ort zum Lernen und zum Leben geschaffen zu haben – eine Schule, die für die Zukunft gerüstet ist.»

Schwäche für Lyrik

Farwig, die 1950 als mittlere von drei Schwestern in Göttingen geboren wurde und in Berlin, Ulm und Bad Homburg aufwuchs, stammt aus einem Elternhaus, in dem Wert auf Bildung gelegt wurde. Früh entwickelt sie ein Faible für Mathematik und für Menschen. Sie studiert Mathe, Biologie und Deutsch in Frankfurt und wird Grundschullehrerin. Zunächst lehrt sie an Frankfurter Schulen. Bevor sie an die GKS kam, war sie acht Jahre an der Geschwister-Scholl-Schule tätig, wo sie 1989 Konrektorin wurde. Da war Gudula Farwig schon selbst dreifache Mutter, seit 1977 leben die Farwigs in Schwalbach. Inzwischen gehören schon zwei Enkelkinder zur Familie. «In der Grundschul-Pädagogik kann man mit der natürlichen Wissbegier der Kinder arbeiten, kann sie neugierig auf die Welt machen, und das wollte ich», sagt sie. Den Schülern dabei Unvergessliches zu vermitteln, bereitet ihr Freude. Viele Ex-Schüler werden sich an ihre Schmetterlingsprojekte erinnern, wo aus Raupen fliegende Schönheiten werden. Weil Farwig Lyrik liebt, gibt es wohl kaum einen GKS-Schüler, der kein Gedicht kennt. Farwigs humanistischem Denken entspricht das Förderangebot der GKS. «Wir müssen jedes Kind unabhängig von seiner Herkunft und entsprechend seiner individuellen Fähigkeiten ausbilden. Kinder auszusortieren, ist menschenunwürdig», sagt sie.

Ein Netz gesponnen

Deshalb ist sie glücklich, «dass die GKS nicht nur strukturell, sondern auch räumlich auf dem Weg zur Ganztagsschule ist, die mehr Förder-Spielraum bietet». Das Ganztagshaus, in dem die Mittagsbetreuung ihren Platz hat, wurde kürzlich vom Schulträger, dem MTK, eingeweiht. Als Farwig 1991 an die GKS kam, lag der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund bei 350 Schülern schon bei 30 Prozent. Heute sind es 70 Prozent. Die soziale Vielfalt und ihre Problematik machte die GKS für sie «zur Traumschule, zur Herausforderung». Dazu gehört die Integration von Kindern mit Behinderungen oder Lernstörungen, die an der GKS seit mehr als 15 Jahren praktiziert wird. «Ich habe immer versucht, ein großes Netz um unsere Schule zu spannen», sagt sie. Farwig hat Sponsoren ins Boot geholt, um das Außengelände zu gestalten. Ebenso gehören Kooperationen mit Vereinen und enge Kontakte zum Kinderhaus, den Kitas und anderen Schulen zum Prinzip der Ära Farwig. Nach 38 Jahren Schuldienst hat sie sich für die Altersteilzeit entschieden, «weil ich Zeit haben will für meinen Mann, für Bücher, für Reisen». Bürgersinn wird für Farwig, die früher Stadtverordnete war, und Mitglied in Vereinen ist, aber auch künftig wichtig sein. ku

Die Verabschiedung ist am Freitag, 28. Januar, 11 Uhr (Aula der Kerschensteiner-Schule, Ostring). (ku)

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