Aktuelles

31. Januar 2011 • Alle Beiträge, Wir in der Presse

Verabschiedung von Gudula Farwig im Höchster Kreisblatt

Entnommen aus: Höchster Kreisblatt am 29.1.2011

Ein bisschen Fee, ein bisschen Löwin

Durchsetzungsstark, visionär, unermüdlich – die langjährige Rektorin der Kerschensteiner-Schule hat gestern viele Komplimente erhalten.

Bei ihrer Verabschiedung kämpft Gudula Farwig mit den Tränen – Rührende Szenen beim Fest für die scheidende Schulleiterin

Schwalbach. Als die Kinder sangen «Tschüs, Frau Farwig, wir wünschen Dir viel Glück!», musste die Hauptakteurin doch mit den Tränen kämpfen. Reich beschenkt, hoch gelobt, liebevoll, ideenreich und mit viel Humor ist Gudula Farwig, die 20 Jahre lang die Georg-Kerschensteiner-Schule (GKS) geleitet hatte, gestern von ihrer Schulgemeinde in den Ruhestand verabschiedet worden.

Es war das erste Ereignis in der neuen Aula. Zu den schönsten Szenen gehörte der Moment, als alle Klassensprecher nacheinander die Geschenke der Schüler für Farwig in eine große Schultüte packten: Einen Stein aus dem Schulgarten zum Beispiel oder ein Fotoalbum zum Erinnern, einen Teddy als Begleiter, eine Uhr zum Zeithaben, eine Klingel für die freie Fahrt ins neue Leben. Es war spürbar, dass die scheidende Rektorin, die 1950 in Göttingen geboren wurde, geschätzt ist und vermisst werden wird.

Wie eine Löwin habe Farwig unermüdlich für die bestmögliche Entwicklung ihrer Schule gekämpft, bescheinigten ihr die Redner. «Leicht gemacht haben sie es uns nicht», sagte Bürgermeisterin Christiane Augsburger an die Adresse Farwigs. «Wie eine Mutter mit Krallen haben Sie sich für das Wohl Ihrer Schüler eingesetzt und bekommen, was Sie wollten. Sie haben unglaublich viel für diese Schule erreicht. Wir als Stadt haben Ihnen dafür zu danken. Eine Stadt lebt von der guten Bildung ihrer Kinder.»

Der Erste Kreisbeigeordnete Michael Cyriax lobte Farwigs konstruktive Zusammenarbeit mit dem MTK als Schulträger; auch er kennt sie als zähe Verhandlungspartnerin. «Bei Ihnen sind Ideale und Visionen gepaart mit Ecken und Kanten und Durchsetzungskraft», schrieb er Farwig ins Stammbuch.

Der leitende Schulamtdirektor Wolfgang Nowak zeigte mit Zitaten aus alten Schulamtsakten, dass Farwigs Qualitäten früh erkannt wurden. Farwig habe die GKS, eine Schule, die einst ohne Baugenehmigung gebaut wurde, zum «Herzstück» der Limesstadt, und zum «Spiegel der Vielfalt der Gesellschaft» entwickelt, die pädagogisch herausragend dastehe, sagte Nowak.

«Sie haben ein schönes Werk geschaffen und uns alle begeistert», brachte es der Elternbeiratsvorsitzende Atila Karabörklü auf den Punkt. Konrektorin Andrea Baader und ihre Kollegin Gabi Lang haben die Ära Farwig, wie das Kollegium die Zeit mit ihr nennt, in ein Buch mit Text und Fotos gebannt. Amüsanter kann man Schuleentwicklung kaum präsentieren. Darin erscheint Farwig vor 20 Jahren als Fee an einer grauen Schule ohne Hoffnung und erfüllt alle Wünsche des Kollegiums: Noten werden zugunsten individueller Beurteilungen abgeschafft, gemeinsamer Unterricht für behinderte und nicht-behinderte Kinder wird eingeführt, und ein internationales Lesezimmer wird eingerichtet. Ein Spielplatz, ein Schulgarten und ein grünes Klassenzimmer entstehen. Unzählige Projekte werden angeboten, in denen die Schüler mit und ohne Migrationshintergrund staunend lernen und sich einbringen können; früh gibt es Förderangebote und warmes Mittagessen.

Jetzt nach der Einführung der Pädagogischen Mittagsbetreuung, der Sanierung der Grundschule und dem Bau des Ganztageshauses und der Aula ist die GKS, die musikalische Grundschule ist, auf dem Weg zur Ganztagsschule. Wenn das keine Bilanz ist. Nun hofft das Kollegium, dass die vielen Sponsoren, die Farwig an die Schule gebunden hat, nicht mit ihr gehen, sonst müsste man künftig an der GKS mit Mülltüten und leeren Dosen Musik machen, wie sie schon mal demonstrierten. ku (ku)Artikel vom 29. Januar 2011, 03.28 Uhr (letzte Änderung 29. Januar 2011, 05.00 Uhr)

Höchster Kreisblatt, 29.1.2011 http://www.fnp.de/hk/region/lokales/ein-bisschen-fee-ein-bisschen-loewin_rmn01.c.8629509.de.html

Logo-Outline-weiss
Georg-Kerschensteiner-Schule
Grundschule des Main-Taunus-Kreises
Musikalische Grundschule mit Ganztagsangebot
Ostring 35 B
65824 Schwalbach am Taunus
Telefon: 06196/8815190
Telefax: 06196/88151966
Öffnungszeiten des Sekretariats
Mo. – Fr. von 8:15 bis 12.30 Uhr